Motivation für den HAM-Nat

Wenn man im Abitur Gas gegeben hat und mit (weit) überdurchschnittlichen Ergebnissen belohnt wurde, ist man für gewöhnlich nicht erfreut, wenn man realisiert, dass der eigene Abischnitt:

 

a) nur bedingt für ein Medizinstudium ausreicht

b) das Studium an der Wunschuni nur durch eine intensive Vorbereitung auf einen zusätzlichen Test erreicht werden kann

 

Doch es gibt Gründe zumindest ein bisschen positiv auf die nun anstehende Lernphase zu blicken. Der Anspruch dieses Artikels ist es aber nicht, euch eine rosarote Brille aufzuzwingen: Vorbereitungen auf große Prüfungen sind immer mit großem Zeitaufwand verbunden, zwingen einen sich mit schwierigen und teils uninteressanten Themen auseinanderzusetzen und erfordern ein gewisses Maß an Disziplin. Zudem kann der Gedanke an die Prüfung, die wie ein Damoklesschwert über einem hängt, den Spaß an so mancher – eigentlich schöner – Aktivität (Freibadbesuch, Ausgehen, Urlaub) trüben.

Bis hierhin ist der Artikel seinem Titel „Motivation für den HAM-Nat“ noch nicht wirklich gerecht geworden, weshalb wir schnellstens eine kleine Aufzählung, die hoffentlich diesen Effekt haben wird, beginnen sollten.

 

Gründe warum der HAM-Nat mehr als ein lästiges Hindernis vor dem Studium darstellt:

 

  • Der HAM-Nat zwingt euch Lücken zu schließen. Fast jeder hat vor dem Studium Lücken in den Naturwissenschaften und auch wenn die meisten angehenden Studenten genau wissen, wo diese Lücken liegen und was sie tun müssten, um sie zu beseitigen, tun sie genau das nicht. Zwar kann man natürlich auch während des Studiums versuchen diese Lücken zu schließen und meistens (wenn auch nicht immer) gelingt das auch, aber wenn die Lücken einmal zu sind, hat man im Studium mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens.
  • Der HAM-Nat lehrt euch zu lernen. In der Schule folgt man einer relativ vorgegebenen Struktur und auch die Abiturvorbereitung ist zwar anstrengend aber vergleichsweise überschaubar. Die selbstständige Vorbereitung auf einen Test wie den HAM-Nat wird euch allerdings im Bezug auf Organisation, Lernmethoden und das selbstständige Erarbeiten von Themen wesentlich mehr abverlangen. Das heißt nicht unbedingt, dass ihr mehr Zeit investieren müsst, sondern vielmehr, dass die verschiedenen Fächer und das eigene Aufbereiten von Themen gute Lernmethodik verlangen und die erhält man nur, indem man sich in verschiedene Taktiken einliest und letztlich ausprobiert, welche Quellen, Methoden und Intervalle für einen selbst geeignet sind. Hat man einmal „seine“ Methode gefunden, wird diese sicherlich auch bei den Staatsexamina im Medizinstudium zuverlässig die gewünschten Ergebnisse erzielen.
  • Der HAM-Nat macht erfolgreich im Studium. Zugegeben, das war ein bisschen reißerisch formuliert. Korrekt müsste es lauten: Erfolg im HAM-Nat korreliert mit dem späteren Erfolg im Studium. Die Uni Hamburg ist stets bestrebt „ihren“ Auswahltest kontinuierlich wissenschaftlich zu evaluieren und hat schon verschieden Studien zu diesem Thema publiziert, die suggerieren, dass Bewerber mit einem guten HAM-Nat (den ihr nach einer guten Vorbereitung mit Sicherheit schreiben werdet) im Studium gute Leistungen erbringen werden.
  • Der HAM-Nat hat Zukunft. Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist noch unklar, wie das Medizin-Auswahlverfahren in Zukunft aussehen wird. Es steht allerdings fest: Die Wartezeitquote muss weg und neben der Abiturnote müssen beim Auswahlverfahren der Hochschulen zwei weitere Kriterien miteinbezogen werden. Nicht wenige glauben, dass der HAM-Nat, gerade weil er wissenschaftlich begleitet wird, von weiteren Unis bei der Bewerbung berücksichtig werden wird.
  • Der HAM-Nat bietet eine Gelegenheit zur Vernetzung mit zukünftigen Kommilitonen. Egal ob bei Facebook oder Whatsapp: Bewerber, die davon ausgehen, den HAM-Nat absolvieren zu müssen, schließen sich online oder an ihren Wohnorten zusammen, um sich bei der Vorbereitung gegenseitig abzufragen, gemeinsam zu lernen oder auf andere Weisen zu unterstützen. Die dabei entstehenden Freundschaften haben teilweise bis ins Studium oder darüber hinaus bestand.

Hoffentlich helfen euch diese Punkte weiter, wenn die intrinsische Motivation mal ein kleines Tief erlebt. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Vorbereitung!